Vom Arbeitsplatz weg in den Einsatz

Aus der Vaihinger Kreiszeitung vom 25.10.2019

Firma ASP Tech in Aurich vom Innenministerium Baden-Württemberg als ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet

Das baden-württembergische Innenministerium hat ehrenamtsfreundliche Arbeitgeber im Bevölkerungsschutz ausgezeichnet. Unter den Preisträgern ist auch die Firma ASP Tech in der Dieselstraße in Aurich. Vorgeschlagen worden war das Unternehmen vom DRK Weissach-Flacht.

Von Uwe Bögel

AURICH. „Der Bevölkerungsschutz – Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund, DLRG, Bergwacht und Rettungshundestaffeln – ist auf das Ehrenamt angewiesen. Beeindruckende 90 Prozent aller Einsätze werden vor Ort von ehrenamtlichen Helfern geschultert. Ohne die Unterstützung der Arbeitgeber geht es dabei nicht. Es verdient unseren Dank und unsere Anerkennung, dass wir uns darauf verlassen können, dass die Arbeitgeber die ehrenamtliche engagierte Mitarbeiterin und den ehrenamtlich engagierten Mitarbeiter in den Einsatz gehen lassen – gerade auch weil das oft einen Spagat zwischen den betrieblichen Interessen und dem ehrenamtlichen Engagement einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters erfordert“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl, anlässlich der Feierstunde in Stuttgart. Die Ehrung wurde von Professor Hermann Schröder, Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement des Innenministeriums vorgenommen.

Das Innenministerium zeichnet in diesem Jahr erneut Arbeitgeber aus, die ihren Mitarbeitern den ehrenamtlichen Einsatz während der Arbeitszeit ermöglichen. Im Notfall können Mitarbeiter dann unverzüglich in den Einsatz gehen. Ohne diese Unterstützung durch die Arbeitgeber wäre die Bewältigung von verheerenden Naturkatastrophen, Bränden, Verkehrsunfällen und großen Unglücksfällen unmöglich. „Mein Dank gilt allen Arbeitgebern, die ihren Mitarbeitern den ehrenamtlichen Einsatz während der Arbeitszeit möglich machen. Einsätze im Bevölkerungsschutz können nicht geplant werden. Unglücksfälle halten sich an keine Schichtpläne und nehmen keine Rücksicht auf Wochenendplanungen. Die ehrenamtlichen Helfer sind darauf angewiesen, kurzfristig und jederzeit vom Arbeitsplatz weg in den Einsatz gehen zu können.

Mit ihrem hohen Maß an Unterstützung und Verständnis tragen die ausgezeichneten Arbeitgeber wesentlich dazu bei, dass sich unsere Bürger in Notlagen auf schnelle Hilfe verlassen können“, so der Innenminister: „Besonders gefreut habe ich mich, dass die gesamte Bandbreite unserer unternehmerischen Landschaft vertreten ist: Weltmarktführer, unser starker Mittelstand und das Handwerk als wichtiges Standbein unserer mittelständischen Wirtschaftsstruktur.“ Innenminister Thomas Strobl wies darauf hin, dass die Arbeitgeber auch durch die Kenntnisse der Ehrenamtlichen profitieren. „Die im Bevölkerungsschutz ehrenamtlich engagierten Mitarbeiter verfügen über Zusatzqualifikationen, wie zum Beispiel Erste-Hilfe-Kenntnisse oder Kenntnis und Erfahrung in allen Fragen der Brandbekämpfung. Diese Qualifikationen kommen den Betrieben unmittelbar zugute“, verdeutlichte Innenminister Thomas Strobl.

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner betonte: „Ehrenamtlich engagierte Menschen bilden eine zentrale Stütze beim Schutz der Bevölkerung. In Freiwilligen Feuerwehren, bei Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen helfen sie täglich ihren Mitmenschen bei Notfällen und Katastrophen. Ohne die Unterstützung der Arbeitgeber wäre das großartige Engagement vieler Freiwilliger nicht möglich. Sie stellen sicher, dass ihre Mitarbeiter als Feuerwehrleute den nächsten Brand löschen oder als Rettungssanitäter den nächsten Schwerverletzten behandeln können. Mein großer Dank gilt allen ehrenamtlich Engagierten sowie den Arbeitgebern, die dieses Engagement ermöglichen.“

Die FirmaASP Tech, die seit sechs Jahren in der Dieselstraße in Aurich angesiedelt ist, unterstützt beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz in vielerlei Hinsicht. Die Produktionsfläche des Unternehmens dürfen bei Um- und Ausbauten am Fuhrpark des DRK verwendet werden.

Außerdem wird Ulrich Schweidler, der sich als stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter im Kreis Böblingen engagiert, für Einsätze und Besprechungen unbürokratisch freigestellt. Aber auch ASP-Geschäftsführer Sascha Fölster hat das Helfer-Gen. Nach Stationen in Weissach und Heimsheim ist er jetzt aktives Mitglied der Feuerwehr Aurich. Solange das Gerätehaus umgebaut wurde, waren die Einsatzfahrzeuge der Wehr auf dem Betriebsgelände in der Dieselstraße untergebracht.

ASP ist in drei Geschäftsfeldern aktiv. Unter der Sparte A wie Automotive fertigt das Unternehmen mit zehn Mitarbeitern und zehn freien Mitarbeitern Sonderprojekte für die Präsentation. Flaggschiff ist hier ein Festo-Auflieger. „In diesem Bereich sind wir Innovationsführer“, sagt Geschäftsführer Fölster. Unter S wie Setbau liefern die Auricher Sonderanfertigungen beim Kulissenbau – zu sehen jüngst im Komödienstadel „Ein Bayer in der Unterwelt“. Auch das mobile Studio von „Guten Morgen, Österreich“ ist von ASP. Unter dem Stichwort P wie Präsentation engagieren sich die Auricher bei Breuninger in Stuttgart. In der nächsten Woche werden die Girlanden aufgehängt, der goldene Bär kommt auf das Vordach, der riesige Kranz in die Karlspassage.